· 

Virginia: Die blauen Berge am Flüsschen

Annie Dillard: Pilger am Tinker Creek. Originaltitel: Pilgrim at Tinker Creek (Harper`s  Magazine Press, New York, 1974), übersetzt von Karen Nölle, Matthes & Seitz, 2016

Annie Dillard ist eine Poetin des Windes, eine Kundschafterin der blaugrünen Bachläufe. Die Wildnis, die sie erkundet, liegt in einem ziemlich durchzivilisierten Tal in den Blue Ridge Mountains von Virginia. Doch das ist ganz egal, denn Dillards Bericht ist eine radikale Innenschau, ein meteorologisches Tagebuch der Seele.


Kurzbiographie

<<  Ich habe mir vorgenommen, hier "ein meteorologisches Tagebuch der Seele" zu führen, wie Thoreau es nennt, ein paar Geschichten zu erzählen und einiges, was ich in diesem ziemlich durchzivilisierten Tal sehe, zu beschreiben und ein paar von den unbekannten Weiten und unheiligen Festen zu erkunden, zu denen mich diese Geschichten und Plätze über schwindelerregende Pfade, zitternd und zagend, führen.  >>  Seite 19

Etwas Rätselhaftes rankt sich um die Figur der Autorin Annie Dillard. Schon der Versuch zu unterscheiden, was Erzählfigur, wer sie selbst ist, führt ins Ungewisse. Pilger am Tinker Creek ist eine radikale Innenschau, die nicht halt macht vor der halbbewussten Benommenheit nach dem Sommerschlaf, vor dem Lärm des inneren Gebrabbels, vor den Albträumen der Nacht. Wir erleben die Tage eines ganzen Jahres in sekundenlangen Zeiteinheiten, und wissen doch nichts über die elementarsten Umstände: dass Annie Dillard zu dieser Zeit verheiratet ist, dass sie am Rand einer Stadt mit Freunden und Nachbarn lebt, wovon sie überhaupt lebt, wie viel Zeit sie sich für ihre Beobachtungen und Exkursionen nimmt und wie sie das Leben darum herum organisiert.

Sie ist, als Pilger am Tinker Creek 1974 erscheint, 29 Jahre alt. Während sie das Buch recherchierte und schrieb, noch jünger. Im (deutschen) Wikipedia-Eintrag steht, dass sie zuvor an einer schweren Lungenentzündung erkrankt war, und deshalb in die Natur ging. Auf ihrer eigenen Webseite steht, dass Wikipedia unzuverlässig ist und nicht zitiert werden soll. Das ist wahr, denn schon der englische und der deutsche Eintrag unterscheiden sich in der einfachen Tatsache, wieviel älter ihr erster Mann, ein Dichter und ihr Professor im kreativen Schreiben, war. Einmal sind es acht, einmal zehn Jahre. Dafür steht auf der "offiziellen" Webseite unter Religion: keine - und doch ist fast alles im Tinker Creek religiöses Konzept, Seele und Schöpfung. Zu den stückweisen Enthüllungen über ihre eigene Biographie im Buch selbst gehört eine Episode aus ihrer Kindheit in Pittsburgh, in der sie einen Penny unter dem Baum in ihrer Straße versteckt.

Ebenfalls auf ihrer Webseite schreibt Dillard, dass sie "nicht länger reisen kann, nicht Fremde treffen, Bücher signieren oder Briefe schreiben." Ihr letztes Buch The Maytrees ist 2007 erschienen. An ihrem zweiten Buch Holy the Firm, das 65 Seiten lang ist, schrieb sie 14 Monate (ganztägig, wie sie sagte). Sie lehrte an Universitäten, begleitete Delegationen nach China und saß in den Vorständen unzähliger Schriftsteller-Verbände. 2013 war sie noch einmal Mitglied der American Academy of Arts & Sciences, 2014 nahm sie die letzte Medaille an (wenn die Webseite up to date ist). Im Nachwort der Ausgabe von Matthes & Seitz heißt es, sie sei verstummt. "Sie will Nonne werden, Einsiedlerin, und das heißt hier Dichterin und Künstlerin", schreibt William Deresiewicz. An einsamen Orten, in denen die Leere vorherrscht, will Annie Dillard, dass Phantasie und Gedächtnis sich im Dunkeln begegnen, dass Unsagbares ein Wort bekommt. Ihre Wildnis ist "das Exil der Suchenden".

Im Exil der Suchenden: Sehen lernen

<<  Das Sehen ist natürlich weitgehend eine Sache der Verbalisierung. Wenn ich nicht bewusst meine Aufmerksamkeit auf das richte, was vor meinen Augen geschieht, werde ich es schlicht nicht sehen.  >> Seite 42

Das Exil der Suchenden - dazu passt ihr zweites Kapitel, das den Titel Sehen trägt. Eigentlich ist es aber eine Studie, eine Meditation, eine Anleitung, das Sehen zu lernen.

Sie beginnt mit dem Penny, den sie versteckt, und umkreist das Thema in verschiedenen Meditationen:

Der Ausgangspunkt ist der unwissende. Nicht um das Kant´ sche "ich denke, also bin ich" geht es, also nur was ich kenne, sehe ich. Nein, die Autorin will darüber hinaus gehen. Das Expertenwissen ist nicht als Grundlage der Naturerkundung - sonst wäre sie ja Biologin, oder Ethnologin, oder Geologin. Das Erwartbare ist der Punkt, der überwunden werden muss. Nur wie?

Früher, schreibt sie, sah sie Insekten in der Luft. Jetzt sieht sie Vögel.

Drei vollkommene Menschen wären: einer sieht Steine, einer Wolken, einer sammelt die Wassertropfen des Meeres.

Ich sehe den Himmel. Ich brauche von jedem Fenster den Blick in den Himmel. Wenn ich über das Unstrut-Tal schaue, immer wieder vom gleichen Punkt aus, dann sehe ich, wie der Himmel sich verändert. Der Gedanke, den Himmel zu sehen, sollte ich einmal krank werden oder im Sterben liegen, tröstet mich.

Dwnn die Natur ist nicht nur Objekt, sie ist der selbstbestimmter Partner im sehen: sie versteckt, und sie enthüllt, gerade so wie sie es will. 20mal kann ich etwas sehen, und dann nicht mehr - und umgekehrt.

Also muss ich mich nur bereit halten, die Augen offen halten. Mir bewusst machen, dass ich vieles nicht sehe, so sehr ich mich auch anstrenge und auf bescheiden auf den Zufall warten. Denn das Auffällige zu vergessen und küsntlich etwas neues Auffälliges zu konstruieren, ist zu viel verlangt, findet Annie. Finde ich auch.

Sie findet viele Beispiele, so wie wohl jeder, in denen ihre Begriffsstutzigkeit ihr das Sehen verweigert, selbt wnen sie darauf hingewiesen wird. Und sie findet Beispiele wo sie plötzlich sieht, einige wenige sind es nur, viel weniger als man erwartet, und wahrscheinlich viel weniger als einige Angeber zu sehen meinen.

Jeder hat seine eigene Art zu sehen, in der unendlichen Fülle erscheinen die Objekte, wie es der eigenen Person entspricht.

Aber das ist nicht genug. Annie Dillard ist streng mit sich selbst. Sie verlangt, die Augen offenzuhalten, das Gehirn, das vorsortiert, zu überlisten. Es gibt vieles, was ich nicht wissen kann. Schon der neurologische Vorgang des Sehen lernen ist ein Mysterium, das gerade durch Studien mit Blinden, die operiert wurden, ein bisschen erforscht wird. Sie lernen, aus Farbflecken Räume zu bauen, die Vorstellung auf kleinere verborgene Dinge hinter größeren Objekten zu trainieren. All das ist am Anfang nicht da. Der Lernprozess trainiert das Gehirn auf räumliche Vorstellung, und spricht doch genauso dafür, dass wir sehen immer neu sehen lernen können.

Und genauso müssen wir uns über die Möglichkeiten der Täuschung bewusst sein: Dinge, die durch Lichtreflexe oder in der Dunkelheit unsichtbar werden. Fokussierung, die uns aus dem räumlichen Gleichgewicht bringt.

<<  Also änderte ich meinen Fokus und schaute knapp an der Hutkrempe vorbei auf eine neue Welt. (...) Ich atmete eine Luft wie Licht; ich sah ein Licht wie Wasser. Ich war der Rand eines Brunnens, den der Fluss ewig füllte; (...) Aber ich kann mir nicht vornehmen, auf diese Weise zu sehen. Dann scheitere ich und werde wahnsinnig. Ich kann nicht weiter tun, als mich zu bemühen, den Kommentator zum Schweigen zu bringen. (...) Es ist im Grunde eine geistige Anstrengung, die ein lebenslanges Engagement erfordert.; davon zeugen Heilige und Mönche aller Orden in Ost und West.  >>  Seite 44

Sehen ist am Ende Erleuchtung, und Erleuchtung ist ein Geschenk, selbst für die, die darauf warten und sich kundig machen im Sehen. Das ist das transzendental gedachte Gegenstück zu Wissenschaft und Kant. Das sind Amöben, die als gelierte Wassertropfen im Glas erscheinen, wenn der Schlamm sich gesetzt hat.

Am Kirschholzfeuer

<<  Die Knochen der Berge liegen offen da, als Schulter und Höcker und Schenkel. Was der Sommer verbirgt, macht der Winter sichtbar.  >>  Seite 50

Es ist Winter am Tinker Creek. Der Fluss ist zugefroren, die Wege sind frei, der Schnee im Garten ist tintenblau und die Wolken so tief und schwer, als wollten sie gleich mit einem dumpfen Schlag runterfallen. Es ist Wetter, worüber ein jder Gast mit der Autorin sprechen darf. Roanoak liegt auf dem 37. Breitengrad, der in Europa den südlichsten Rand markiert, also Sevilla in Spanien, Sizilien und die südliche Halbinsel Griechenlands. Trotzdem tragen die Flüsse in den Blue Ridge Mountains im Winter Eis und es schneit.

In diesem Kapitel mache ich Listen. Eine Liste über die Tiere, die jetzt noch da sind: Stare, Blesshühner, Frösche, Sonnenbarsche und Karpfen, Bisamratten, Spottdrossel, Wanderdrossel und Chickadee-Meise, Wegschnecken und Spinnen. Ich würde sie alle auch auf unserem Breitengrad finden, vielleicht sogar in der Stadt. Ihre kurzen Ausflüge ins Freie reichert Annie Dillard mit Erlesenem am Feuer an. Sie ist ganz offen darüber: "Ich blühe im Winter im Haus wie ein Forsythienzweig in der Vase; ich gehe hinein, um aus mir herauszugehen." Die Frage, wie viel Wissen vor Ort und wie viel Nachbereitung für Nature writing vonnöten ist, beantwortet sie in diesem Kapitel eindeutig zugunsten der Nachbereitung. Tratsch und Klatsch aus der Zeitung wird aufbereitet, Bände von Abenteuer- und Entdeckerromanen verschlungen, Wissen über Bienen, Ameisen, Spinnen angeeignet, sie zitiert Edwin Way Teale.

 

Und es zeigt sich, dass sie wie viele Schriftsteller, die auf die eigenen Werke verweisen, wenn sie zu ihrer Person befragt wreden, recht hat. In diesem Kapitel erfahren wir einiges über sie: In ihrer Kindheit tötete sie Käfer, um sie säuberlich geordnet in Zigarrenschachteln aufzuspießen. Nachdem ein Käfer überlebte, gab sie diese Art Feldstudie auf. Ja, sie lässt nun sogar den Spinnen im Haus freien Lauf.  Sie entfernt nur die allerdreckigsten Netze, wenn die Spinnen davon gelaufen sind. Sie baut ihnen sogar eine Stoffbahn, damit sie aus der glitschigen Badewanne entkommen. Und es gibt Grenzen: schlüpfende Spinnen in einer Außentasche leert sie schleunigst aus. "Dinge am falschen Platz bringen nichts Gutes."

 

Auch über ihren Wohnort erfahren wir mehr: Vor dem großen Wohnzimmerfenster steht ein Walnussbaum im Garten. Wir bekommen sogar eine Art Wegbeschreibung zum Haus: "Wann immer du Lust haben solltest, ins Auto zu steigen und über die Berge bis in unser Tal zu fahren, den Tinker Creek zu überqueren, die Straße zum Haus hinauf zu nehmen, durch den Garten zu gehen, an die Tür zu klopfen und zu fragen, ob du hineinkommen darfst um über das Wetter zu reden, bist du willkommen."

Der Charme der Naturbeobachtung am Kirschholzfeuer entsteht durch Sprachbilder, die jedem abgenutzten Wort, dem Blick von drinnen nach draußen und von draußen nach drinnen eine neue Farbe, einen Schimmer, eine Assoziation geben.

der Winterhimmel dehnt sich.

Die Leseliste ist eine Lithurgie der Namen

der Schnee im Garten tintenblau, mit einem schwachen Schimmer, der Himmel violett

der Glanz eines abgegriffenen und viel polierten Metallknaufs

und ein misslungenes Bild: der Walnussbaum ist ein schwarz-weißes Titelbild hinter weißem Seidenpapier

Frühling am Ententeich

<<  Im Frühling neige ich zu schrecklichen Exzessen. Ich überlasse mich Höhenflügen und Zwangshandlungen; lasse mich mal mehr, mal weniger verkommen.  >>  Seite 132

Wieder ein Stück Annie mehr; wieder Hinweise auf einen zumindest zerbrechlichen mentalen Zustand. Im gleichen Absatz kommt auch zum ersten Mal die Lungenetzündung vor, auf die sich der deutsche Wikipedia-Eitrag bezieht. Freilich heißt sie bei Annie Dillard nicht Lungenentzündung, sondern Lobärpneumonie. Genauso wie Eskimos nicht einfach Eskimos heißen, sondern Netsilik-Eskimos, und nicht in der Behringsee leben, sondern auf der Diomede-Insel. Ihr Programm ist Genauigkeit, der Blick durch das Mikroskop, durch das sie auch die Pantoffeltierchen im Ententeich betrachtet. Jetzt wo ich darauf achte, merke ich wie vieles von ihr nachgelesen ist, literarisch aufbereitet, angereichert mit humorvollen oder ausgefallenen Geschichten aus den Büchern der Naturkundler, Philosophen und Dichter. Sie zitiert John Cowper Powys, einen walischen Philosophen, der sich mit Polytheismus und Agnostik beschäftigte. Wenn anderer Leute Weltempfinden unheilbar ästhetisch, oder unheilbar politisch ist, so ist ihres unheilbar moralisch. Zu welchem Gottes Ehre fragt sie, wenn sie Rädertierchen unter dem Vergrößerungsglas betrachtet hat.

Beschreibt hier etwa eine kranke und schwache Frau die unmittelbare Umgebung vor ihrem Wohnzimmerfenster? Ein paar weitere Hinweise ergeben sich in diesem Kapitel sowohl über den Zeitraum ihrer Beobachtungen als auch den Radius. Die Kinder, die einst eine Rennstrecke für ihre Motorräder durch den Wald gebaut hatten, sind jetzt groß. Der Wald ist zugewachsen mit Jelängerjelieber bis zum Knie, was die Autorin zum Aufgeben zwingt. Lieber geht sie zum Ententeich, beobachtet Frösche unter dem Schlick und sammelt Plankton. Der Tinker Creek erfahren wir, fließt gleich neben dem Haus. Die Exkursionen, die weiten in die Wildnis, finden in ihrer Phantasie statt. Dann sieht sie den Eskimos bei der Eisschmelze zu. Auch ganz und gar belanglose, aber komische Geschichten mogeln sich wieder in der Kapitel: wie die der toten Stute Nancy, für die eine Grabstätte gefunden werden muss.

An welchen Ort würde ich ein ganzes Jahr lang, oder sogar mehrere Jahre nacheinander immer wieder zurückkehren, um die Natur zu beobachten? Was wäre aufregender: ein algenüberzogenes Gewässer in der Stadt oder ein Wilder Garten im Naturschutzgebiet oberhalb von Freyburg? Es sind nicht die Tiere - Frösche, Gottesanbeterinnen, Drosseln - oder die Pflanzen - Rhododendron, Klee, Veilchen - die Annie Dillards Bericht funkeln lassen. Es ist ihre ganz und gar ungewöhnliche Sprache und ihre nie versiegende Phantasie:

<<  Wir wissen nichts mit Sicherheit, aber es will uns vorkommen, als drehte die Welt sich durch das Wachsen, als wüchse sie dem Wachsen entgegen und würde im Wachsen grün und schön.  >>  Seite 139

Northing

<<  Du hast nur noch eine kühle Muschelscherbe in der Hand, drei Zentimeter lang, so dünn, dass sie ein schwaches rötliches Licht durchlässt, und beinahe so elastisch wie eine Rasierklinge. Sie ist eine Essenz, eine glatte Kondensation der Luft, ein Bogen. Ich sehne mich nach dem Norden, wo die Winde mich ungehindert zu einem solchen feinen, reinen Knochenspan abschleifen würden. >>  Seite 306

Winter ist für Annie Dillard Norden. Kaum wird die Luft kühler, fallen Blätter und Schmetterlingsflügel zu Boden, denkt sie an Eskimos, Rentiere und Seehunde. Sie hat genug von der überbordenden Fülle der Natur am Tinker Creek. Sie will sich reduzieren, schälen, entäußern. Gleich mehrmals denkt sie im Kapitel Norden daran, in den Norden zu wandern. Die Kinder der Revolution, ihr allzu genaues Schauen holt sie ein. Sie will nicht mehr sehen in so vielen Einzelheiten, vom "Hochbetrieb" im Wald. Der Herbst, der Zug der Vögel nach Süden, sterbende Schmetterlinge und wild gewordenen Vögelschare haben nichts wehmütiges. Sie will Abschied nehmen von diesem Jahr der Naturbeobachtung am immer gleichen Ort. Sie sehnt sich nach einem neuen Ort. Nach dem Jahr, so steht es im Nachwort, wird sie es tun und nach Puget Sound an der nördlichen amerikanischen Westküste ziehen.

Jetzt wo ich darauf achte fällt mir auf, wie viel an ihrem Text nachgelesen ist. Ich schätze etwa die Hälfte ist Naturbeobachtung, und die andere ist angelesenes Wissen. Die Monarchfalter schmecken bitter durch ihre Nahrung und es gibt sogar einen Wissenschaftler, der es probiert hat. Stinktiere entfernen die Haare der Raupen bevor sie sie fressen. Polarforscher erfanden einen eigenen Begriff, um ihre Wegstrecke Richtung Norden auch auf dem sich bewegenden Packeis zu messem - das northing.

Manchmal ist sie nun müde und gibt auch in der Form nach. In diesem Kapitel finden sich Zitate, die niemandem zugeschrieben werden. Auchder silberne Himmel, die übergroßen, jagenden Wolken - wer kann schon sagen, ob das einem Gedicht entstammt oder ihrer eigenen Feder? Großartig ihre Gedanken zum Tod: er ist die allmähliche Einstellung von Willenstätigkeit und Verstandesgeplapper, und dann beginnt das Warten.

Trotzdem ist das Kapitel eines ihrer liebsten, und sie hat es laut Nachwort in viele Anthologien aufgenommen. Der Kreis ihrer Jahreszeiten ist nun fast geschlossen. Er beginnt im Winter und endet im Winter (im Gegensatz zu Abbey oder Thoreau, die von Fürhling bis Herbst beobachten und schreiben). Der Winter, das Nichts, ist ihr das liebste. Die Eremitenklause lehrt alles, zitiert sie agyptische Weisheit des Abbe Moses aus dem vierten und fünften Jahrhundert.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0